Azure Migrate – Assessment & Konfiguration mit VMware

Tech Data bietet Azure Cloud Assessment und Migration Service und unterstützt so bei der kompletten Integration von Cloud-IT und Hybrid-IT.

Oft werde ich gefragt „Wie migriere ich bestehende On-Premises Workloads in die Cloud und vorallem wie kann ich einschätzen, was mich der Betrieb auf Azure kosten wird?“. Dieser Blogbeitrag geht auf den Service „Azure Migrate“ ein, der bei diesen Themen eine grosse Hilfe ist.

Azure Migrate ist ein Service, der von Microsoft, seit dem 09. März 2018, auf Azure offiziell zur Verfügung gestellt wird. Der Service erkundet die vorhandenen lokalen VMs und sammelt Informationen zu  CPU, RAM, Storage, und Netzwerk. Im Azure Portal kann im Anschluss ein Assessment konfiguriert werden, welches basierend auf den Informationen einen Vorschlag für den Migrationspfad & die zu erwarteten Betriebskosten macht.

Voraussetzung

  • VMware
    • Zum Zeitpunkt des Blogbeitrages ist Azure Migrate nur mit VMware kompatibel. Jegliche andere Virtualisierungsplattformen sind nicht unterstützt. Die Unterstützung für Hyper-V ist aber auf der Roadmap und wird wohl in Zukunft zur Verfügung stehen.
    • Die vCenter Server Versionen 5.5, 6.0, 6.5 werden unterstützt. Zusätzlich muss ESXi Version 5.0 oder folgende installiert sein, um die „Azure Migrate Collector“ VM erstellen zu können.
  • vCenter Server Account
    • Benötigt mindestens Leserechte der zu beurteilenden on-premises VMs.
  • Aktive Azure Subscription

Quelle: https://docs.microsoft.com/en-us/azure/migrate/tutorial-assessment-vmware

Konfiguration

Migrationsprojekt im Azure Portal

Als erstes witmen wir uns der Einrichtung und Konfiguration von Azure Migrate, welche sich als überraschend einfach erwiesen hat. Der erste Schritt besteht darin, dass im Azure Portal der Azure Migrate Service gestartet werden muss. Diesen findet man im Marketplace, wie im untenstehenden PrintScreen gezeigt.

Zur Einrichtung und Konfiguration des Azure Migrationsprojekts, muss als erstes im Azure Portal der Azure Migrate Service gestartet werden, den man via Marketplace aufrufen kann.

Nun gilt es einen Namen für das Migrationsprojekt festzulegen und in einer Ressourcengruppe zu erstellen. Zu beachten: Zum Zeitpunkt der Demo ist der Service nur in „East US“ und „West Central US“ verfügbar.

Im zweiten Schritt soll das Migrationsprojekt benannt und in einer Ressourcengruppe erstellt werden.

Sobald das Projekt erfolgreich erstellt wurde, gelangt man auf die Übersicht dessen. Über „Discover machines“ wird einem der Download für die collector Appliance zur Verfügung gestellt. Das OVA-Template wird später benötigt, um die entsprechenden Informationen von vSphere zu sammeln und daraus ein Assessment zu generieren. Das OVA gilt es herunterzuladen und die „project credentials“ zu kopieren und für später zu speichern.

Nach dem Donwload der Collector Appliance wird ein OVA-Template zur Verfügung gestellt. Dieses soll heruntergeladen und für die spätere Verwendung gespeichert werden.

Azure Migrate Collector VM

Ist der „Azure Migrate Collector“ erstellt (VM aus OVA-Template), so muss diese jetzt noch mit dem vCenter und Azure verbunden werden. Dafür startet man die soeben erstellte VM und wählt die Verknüpfung auf dem Desktop „Run Collector“. Die Voraussetzungen werden geprüft und bestätigt.

Nach dem Erstellen des Azure Migrate Collector muss er mit dem vCenter und Azure verknüpft werden, indem die erstellte VM gestartet und die Verknüpfung Run Collector auf dem Desktop ausgewählt wird.

Im nächsten Schritt wird die Verbindung zum vCenter eingerichtet. Dafür muss ein Account gewählt werden, der mindestens über Leserechte der zu migrierenden VMs verfügt. Unter „Select Scope / Host and Clusters“ kann ausgewählt werden ob man das komplette vCenter, oder lediglich einen definierten Teil der vCenter-Struktur beurteilen möchte. In dieser Demo schliessen wir nur den Bereich „\Microsoft Azure Lab“ mit ein, welcher 4 VMs enthält.
Tipp: Die Auswahl bestimmt nur, über welche VMs Informationen gesammelt werde dürfen. Das bedeutet nicht, dass diese automatisch ins Assessment miteinbezogen werden. Im Azure Portal kann ich beim erstellen des Assessments wählen, welche VMs beurteilt werden sollen. Details dazu im Folgekapitel.

Um die Verbindung zum vCenter herzustellen, muss ein spezifischer Account ausgewählt werden. Das gezeigt Beispiel enthält 4 VMs.

Im nächsten Schritt „Specify migration project“ wird der „Azure Migrate Collector“ mit dem Azure Migrationsprojekt verbunden, welches in den vorgehenden Schritten erstellt wurde. Dafür benötigt man die bereits gespeicherte „Project ID“ und den dazugehörigen „Project Key“

Im nächsten Schritt werden die Informationen von den betroffenen VMs vom vCenter abgefragt und gesammelt. Sobald dies erfolgreich abgeschlossen ist, so ist die Konfiguration des „Azure Migrate Collector“ komplett.

Beim Schritt Specify migration project werden der Azure Migrat Collector und das Azure Migrationsprojekt verbunden, wozu die gespeicherte Project ID und der Project Key benötigt werden.

Assessment

Zurück im Azure Portal finden sich die 4 VMs jetzt unter „Machines“ im Migrationsprojekt. Dort ist jetzt bereits ersichtlich, welche VM über wie viele Cores, Memory, Disks, etc verfügt.

Die 4 VMs werden im Migrationsprojekt im Azure Portal unter Machines aufgelistet.

Links im Menu unter „Overview“ kann über „Create assessment“ ein Assessment erstellt werden. Dafür muss nun eine Gruppe von VMs erstellt werden, welche im Assessment miteingeschlossen werden sollen. In dieser Demo werden lediglich 2 von den 4 vorhandenen VMs selektiert.

Benutzeroberfläche, um Assessment zu erstellen. Dazu wählt man im Menu unter Overview «Create Assessment» und kreiert eine Gruppe von VMs.

Das Assessment ist jetzt bereits mit den Standardeinstellungen erstellt und kann analysiert werden. Dies sieht in etwa wie folgt aus und listet Werte wie die geschätzten monatlichen Kosten (Compute & Storage) als auch die Readiness der VMs für die Migration nach Azure. Unter „Azure Readiness“ sind zudem weitere Details ersichtlich, wie bspw. der vorgeschlagene Migrationspfad bzw. das zu verwendende Tool für die Migration nach Azure.

Zu sehen ist das Dashboard Des Assessments mit den Standardeinstellungen, die analysiert werden können. Analysiert werden können Kosten und die Readiness der VMs.

Settings

Das Assessment ist erstellt und abrufbereit. Soweit so gut. Allerdings entsprechen die Einstellungen immer noch dem Standard, und dies soll nun angepasst werden. Beim der Übersicht des Assessments findet sich ganz oben der Button „Edit properties“. Dort können nun die gewünschten Einstellungen vorgenommen werden. Folgend die wichtigsten…

  • Target location
    • Hier wird definiert, in welche Azure Region die Maschinen in Zukunft migriert werden sollen. Dies kann sich bspw. auf den Preis und verfügbare Azure-VM-Typen auswirken.
  • Reserved instances
    • Wählen Sie hier, ob reserved instances (RI) verwendet werden sollen oder nicht. Dabei ist zu beachten, dass RI zwar einen massiven Rabatt mit sich bringen können, doch muss die VM komplett und im Voraus für die gewünschte Reservierung (1 oder 3 Jahre) bezahlt werden.
  • Sizing criterion
    • Wählt man „As on-premises“, so wird nicht etwa die Auslastung der VM beachtet, sonder nur die zugewiesenen Ressourcen. Die VM wird daher 1:1 auf Azure zur Verfügung gestellt. In der Regel wirkt sich dies negativ auf den Preis aus und ist oft nicht der zu bevorzugende Ansatz.
    • Hingegen wird bei „Performance-based“ die effektive Auslastung der on-premises VM analysiert und aufgrund dieser Daten ein Vorschlag für die Azure VM gemacht. Sprich wenn Bspw. 16 GB RAM der on-premises VM zugewiesen sind, aber nur jeweils 3 GB in Verwendung sind, so wird das Assessment eine entsprechend kleinere VM vorschlagen, bspw. mit 4 GB RAM (abhängig von den folgenden Konfigurationspunkten).
  • Comfort factor
    • Wenn bei „Sizing criterion“ die Option „Performance-based“ gewählt wird, so kann hier konfiguriert werden, mit welchem Faktor die effektive Auslastung multipliziert werden soll. Die Standardkonfiguration liegt beim Faktor 1.3x.
  • Currency
    • Hier selektiert man die gewünschte Währung, in welcher der Preis berechnet werden soll.
  • Discount
    • Wenn ein Discount vorhanden ist, so kann dieser hier in Prozent eingetragen werden.
  • VM uptime
    • Dieser Punkt definiert, wie viele Betriebsstunden für die Azure-VMs zu erwarten sind. Wenn die VMs bspw. an den Wochenenden jeweils heruntergefahren werden, so können die Tage und / oder Stunden entsprechend angepasst werden. Dies wirkt sich dann natürlich positiv auf den Preis aus.
Nach Erstellung des Assessements werden automatisch die Standardeinstellungen übernommen. Diese können unter «Edit properties» aber angepasst und personalisiert werden.

Pricing

Für die Nutzung von Azure Migrate fallen keine Kosten an, jedoch für andere Azure-Dienste, die Sie für die Migration Ihrer Workloads nach Azure verwenden möchten. Für die Nutzung der Abhängigkeitsvisualisierungsfeatures von Azure Migrate ist Service Map erforderlich. Bei der Erstellung eines Azure Migrationsprojekts generiert der Dienst automatisch in Ihrem Auftrag einen neuen Log Analytics-Arbeitsbereich.

  • Wenn Sie eine andere Lösung als Service Map in diesem Arbeitsbereich verwenden, fallen die standardmäßigen Log Analytics-Gebühren an.
  • Bei der Service Map-Lösung fallen in den ersten 180 Tagen nach der Erstellung eines Azure Migrate-Projekts keine Gebühren an. Nach Ablauf der 180 Tage gelten die Standardgebühren.

Pricing-Quelle: https://azure.microsoft.com/de-de/pricing/details/azure-migrate/

Mehr Infos

Sie wünschen mehr Infos, eine Demo oder ganz einfach ein Gespräch über die Möglichkeiten? Besuchen Sie die offizielle Azure-Migrate Seite von Microsoft oder kontaktieren Sie Tech Data (Schweiz) GmbH. Scheuen Sie sich nicht und machen Sie noch heute einen Schritt in die Zukunft.

Wir sind gerne für Sie da…

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Yannic Graber