Modern Azure Plan – Aufbau, Logik und Änderungen

Moder Azure Plan – Aufbau, Logik und Änderungen 5

In den letzten Monaten hat Microsoft diverse Änderungen in der CSP-Partnerlandschaft durchgeführt. Beispielsweise die Notwendigkeit eines signierten «Microsoft Partner Agreement» (MPA), ein gültiges «Microsoft Customer Agreement» (MCA) pro Kunde, Aktivierung der Multifaktorauthentifizierung (MFA) für den Microsoft CSP Partner Mandanten, usw. All diese Änderungen sind notwendig, unter anderem für das neue und moderne Azure Subscription Modell «Azure Plan» für CSP. Doch wie ist ein «Azure Plan» konzeptioniert und welche Vor- und Nachteile bringt «Azure Plan» mit sich? Genau das wird in diesem Beitrag behandelt.

Neues Preismodell

Das Wichtigste zuerst: Wechselt man auf einen Azure Plan, betrifft das auch das Preismodell. Dieses verändert sich vom Aufbau her. Microsoft hatte für Partner bisher eine eigene Preisliste in der entsprechenden Währung und hat die verursachten Azure-Kosten in Rechnung gestellt. Der Geschäftspartner von Tech Data konnte dann diese Kosten mit einer gewünschten Marge dem Endkunden in Rechnung stellen.

Altes Preismodell von Azure

Künftig führt Microsoft nur noch eine einzige Preisliste. Das bedeutet, dass dem Azure Plan grundsätzlich gemäss dem öffentlichen Listenpreis rapportiert wird.

Hat der sogenannte «transactional billing partner» (Tech Data) Adminrechte, werden von Microsoft «Partner Earned Credits» (PEC) gutgeheissen. Diese PEC werden dem Listenpreis automatisch als Rabatt abgezogen und es ergibt sich derselbe Preis wie bisher. Wurden die Rechte auf der Subscription aber entzogen, so interpretiert Microsoft dies neu so, dass kein zusätzlicher Service erbracht wird. Der Partner erhält dann von Microsoft keine PEC.

Weiter wird die neue Preisliste nur noch in Dollar geführt. Die Rechnung wird weiterhin in der lokalen Währung gestellt, doch ist diese neu monatlich vom USD-Wechselkurs abhängig.

Stellt man die beiden Modelle grafisch gegenüber, so sieht dies in etwa wie folgt aus:

Links das «alte» Modell, rechts der Modern Azure Plan.

Aufbau & Logik des Azure Plan

Der Aufbau verändert sich grundlegend. Um dies zu veranschaulichen wird hier auf die Unterschiede des bisherigen Subscription-Aufbaus und des Azure Plans eingegangen.

Bisheriges Modell (Azure legacy)

Bisher war es so, dass im Partnercenter ein Kunde mit 0 bis n Subscriptions eingetragen wurden. Die Subscriptions sind dann im Partnercenter zu verwalten, können aber im Azure Portal für den Kauf von Azure Ressourcen verwendet werden.

Bisheriges Modell ( Azure legacy)

Neues Modell (Azure Plan)

Mit Modern Azure bzw. einem Azure Plan funktioniert das neu so, dass Subscriptions im Azure Portal verwaltet werden. Konkret wird im Partnercenter ein «Indirect Reseller» Verhältnis mit Tech Data eingegangen. Diesem «Indirect Reseller» sind 0 bis n Kunden zugewiesen. Ein Kunde hat dann 0 oder 1 Azure Plan, in welchem die Subscriptions im Azure Portal den Gebrauch zur Verrechnung rapportieren. Das heisst, dass ein Azure Plan grundsätzlich als logischer Container zur Verrechnung betrachtet werden kann. Ein solcher Container kann 1 bis n Subscriptions beinhalten.

Vor- und Nachteile

Azure Plan bringt diverse Vorteile, leider aber auch einige Nachteile mit sich, wie teilweise in diesem Artikel bereits ersichtlich. Zur Übersicht und Ergänzung werden die wichtigsten Vor- und Nachteile nachfolgend aufgelistet:

Vorteile:

  • Subscription Management direkt im Azure Portal
  • Transparente Preise durch die einheitliche Preisliste
  • Vereinheitlichung der verschiedenen Vertriebsmodelle (EA, CSP, Direct, usw)
  • Verfügbarkeit des lang ersehnten und beliebten Azure Cost-Management für CSP mittels Azure Plan!

Nachteile:

  • Lokale Preise können monatlich variieren, da sie vom USD-Wechselkurs abhängig sind.
  • Ein Azure Plan kann nicht in das «alte» legacy Modell zurück transformiert werden.
  • Ein Azure Plan kann nicht in ein anderes Partnercenter transferiert werden (in Entwicklung)
  • Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages kann nur der «transactional billing partner» (Tech Data) weitere Subscriptions hinzufügen. Microsoft arbeitet daran, dass dies künftig vom Indirect Reseller und / oder Kunden selbst ausgeführt werden kann.
  • Bestehen eines gewissen Risikos, dass die Partner Marge verloren geht, wenn Tech Data die «Adminrechte» entzogen werden.

Schlussfolgerung

Die Idee des Azure Plan gefällt sehr. Die Vorteile sind anzahlmässig zwar geringer als die Nachteile, doch haben sie in den Augen des Autors das grössere Gewicht. Besonders gefällt, dass durch den Azure Plan das beliebte «Azure Cost Management» für CSP verfügbar ist und daher auf 3rd Party verzichtet werden kann. Zudem ist zu beachten, dass zwei der Nachteile nur während der Anfangsphase bestehen und hoffentlich schon bald von Microsoft beseitigt werden. Die Anzahl der Nachteile wird also kleiner.

Das wirtschaftliche Risiko, dass die Adminrechte unwissentlich entzogen werden und somit die «Partner Earned Credits» verloren gehen, ist sicherlich der grösste Nachteil. Mit einer sorgfältigen Planung der Transformation, einem automatischen Alarm und Information an den Kunden kann dem aber entgegengewirkt und das Risiko minimiert werden.

Anhand dieser Schlussfolgerung sieht der Autor die Änderungen als herausfordernd, aber Zukunftsgerecht an. Mit der richtigen Ausführung ist der Autor überzeugt, dass Azure Plan den Azure-Markt weiter vorantreiben und ihm neue Chancen eröffnen wird!

Nächste Schritte

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages kann noch gewählt werden, ob eine Azure Subscription im «alten» legacy Modell erstellt wird oder direkt als Azure Plan (Modern). Ende 2020 wird aber erwartet, dass dies nicht mehr der Fall ist und auch alle bestehenden legacy Subscriptions in einen Azure Plan transformiert werden müssen. Es empfiehlt sich also, bereits jetzt die nötigen Schritte einzuleiten und ggf. schon heute zu transformieren.

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Dominic Benndorf