Performance-Probleme in einer Azure VM

Performance-Probleme in einer Azure VM 4

Sobald Performance-Probleme innerhalb eines Systems mit einer oder mehreren VMs auftreten, stellt dies den zuständigen Techniker vor eine umfangreiche Analyse mit entsprechend viel Aufwand. Man stellt sich die üblichen Fragen – welche Systeme und welche Komponente sind davon betroffen? Ist es möglicherweise das Netzwerk, welches den Performance-Issue verursacht? Sind sämtliche Clients betroffen? Gab es Änderungen an einer betroffenen Komponente?

Troubleshooting in Azure

Folgende Punkte werden wir genauer ansehen:

  • VM Metrics (Hardware-Auslastung)
  • Guest Memory Metrics
  • Performance Diagnostics

VM Metrics

Wie bei allen Virtualisierungsplattformen von virtuellen Maschinen lässt sich die Auslastung der Hardware überprüfen. Nebst der CPU und dem Netzwerk lässt sich auch der Storage detailliert überwachen.

In der Grobübersicht (Diese Ansicht findet sich im «Overview» unter «Monitoring») sieht dies wiefolgt aus:

Die gepunkteten Linien zeigen, dass keine Daten für diesen Zeitpunkt vorhanden sind.

Detaillierte Metrics

Wenn wir nun ein mögliches Problem z.b. beim Storage erkennen konnten, lohnt es sich, sich ein genaueres Bild davon zu machen. Dafür gehen wir nun in die Monitoring-Section der VM und wählen die Metrics aus. Dort können wir uns detaillierte Diagramme mit vielen verschiedenen Metrics zusammenstellen.

Alert-Rule

Falls das Problem öfters auftritt oder eine software-technische Erklärung hat, kann eine Alert-Rule erstellt werden, wie im vorherigen Screenshot oben rechts zu sehen.

Hier lässt sich einrichten, ob nur eine Benachrichtigung per SMS/E-Mail etc. verschickt werden soll oder eine Azure Function, ein Azure Automation Runbook, einen Webhook oder eine Logic-App getriggert werden soll, welche z.B. einen Restart eines Dienstes auf der VM triggert.

Guest Memory Metrics

Die RAM-Überwachung ist normalerweise nicht aktiv auf der VM. Hierfür muss unter der Monitoring-Section der VM die Diagnostic Settings ein Storage-Account hinterlegt werden. Danach muss im Tab «Performance Counter» definiert werden, welche Informationen wir uns gerne anzeigen lassen möchten. Im letzten Schritt werden wir im Tab «Sinks» den Azure Monitor aktivieren. Dafür ist eine Managed Identity für die VM notwendig. Die Dokumentation zu diesen drei Schritten findet ihr bei detaillierten Metrics und da dann auf «Enable guest memory metrics» klickt. Nun sind die Memory-Daten und auch teilweise applikationsspezifische Daten wie z.B. SQL Informationen vorhanden.

Performance Diagnostics

Falls das Problem noch nicht herausgefunden wurde, gibt es eine weitere Option, welche unbedingt geprüft werden muss. Dies ist die sogenannte «Performance Diagnostics».

Im Bereich «Support + Troubleshooting» findet sich das Register «Performance diagnostics», welches sich noch in der Preview befindet. Dort kann ausgewählt werden, wie detailiert die Diagnose sein soll und ob diese mit einem Microsoft-Support-Case zusammenhängt.

Im Hintergrund werden nun diverse Faktoren geprüft und ein Report generiert:

In diesem Report wurde festgestellt, dass sich auf einer VM mehrere Antivirus-Programme befinden. Auf der VM war aber nur eines ersichtlich. Der Background dazu war, dass ein Antivirus einige Zeit vorher deinstalliert wurde, die VM aber nicht neu gestartet wurde. Ein komplett manuelles Troubleshooting hätte uns vor eine lange Suche gestellt und uns wohl mit der Lösung zum Restart sämtlicher VMs zufriedengestellt – wobei dann die Ursache nie klar gewesen wäre.

Weitere Dienste

Die Diagnose-Möglichkeiten von Azure sind noch lange nicht ausgeschöpft. Alle Dienste in Azure haben ihre Spezialitäten, grundsätzlich lohnt es sich immer, die Monitoring-Section anzusehen. Sie haben Fragen oder benötigen Hilfe? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne!

Tech Data Software Team
software@techdata.ch
+41 41 799 19 88

Kategorien

Dominic Benndorf